Panoramawanderung auf die Scheibe und zur Herrenalm

Über den steilen Anstieg des Südostrückens erklimmen wir erst die Scheibe, als östlichsten Gipfel des Gebirgszuges. Von der Scheibe geht es über einen ausgiebigen Höhenweg in Wellen auf den Scheiblingsstein, den Bärenleitenkogel bis zum Leonhardskreuz und von dort zur Herrenalm, die in einem idyllischen Almkessel liegt.

Toureninfo
Region: Ybbstaler Alpen, Niederösterreich
Start/Ziel: Brücke Taglesbach, Wanderparkplatz
Niedrigster Punkt: 705 hm
Höchster Punkt: 1614 hm
Gesamtanstieg:1091 hm
Dauer: 5 h
Länge: 14,20 km

Anfahrt

Auf der A1 nehmen wir die Ausfahrt Ybbs und fahren auf der B25 über Wieselburg, nach Scheibs und Gaming. Nach Gaming biegen wir beim Gasthaus Grubbergwirt links auf die B 71 ein. Dieser folgen wir bis Langau und fahren noch ein kurzes Stück weiter bis zur Brücke über den Taglesbach, die sich rechts von der Straße befindet. Dort befindet sich auch ein kleiner Wanderparkplatz.
47.831988, 15.125551

Aufstieg auf die Scheibe

Vom Parkplatz weist uns der Wegweiser in Richtung Herrenalm. Diesem Weg folgen wir aber nur ein kurzes Stück bis zwei nicht markierte, aber gut ausgetretene Pfade nach rechts abzweigen. Wir nehmen den zweiten Pfad, der sich sofort steil den Hang hinauf schlängelt. In Serpentinen geht es gleich zur Sache, die Schweißdrüsen sind von Anfang an gefordert, vor allem an einem heißen Junitag, wie wir ihn hatten. Der Weg führt in einen Sattel, wo es kurzzeitig etwas weniger steil ist, und wir bald eine Forststraße queren, um auf der anderen Straßenseite wieder steil bergauf den Anstieg über den Südostrücken zu beginnen.

Pfad rechts hinauf
Querung der ersten Forststraße
So viel saftiges Grün

Der Pfad führt uns zu einer zweiten Forststraßenquerung und nach einem weiteren Steilstück queren wir zum dritten Mal eine alte Forststraße. Bei der dritten Querung müssen wir ein paar Meter nach links der Forststraße folgen, bis der Pfad wieder gut sichtbar, rechts den Hang hinaufweist. Ein kleiner Steinmann macht ebenfalls auf die Wegweiterführung aufmerksam.

Forststraßenstück und Steinmann zur Pfadkennzeichnung

Dieser Abschnitt bringt uns bergauf bis wir den Wald verlassen und den sogenannten „Fleck“ erreichen, ein Wiesenplatzerl mit schöner Aussicht, die zum Verweilen einlädt oder zumindest für eine Trinkpause nach dem Aufstieg bestens geeignet ist.

Am „Fleck“

Noch einmal geht es kurz durch ein kleines bewaldetes Stück, dann sehen wir den felsigen Gipfel der Scheibe und seinen steilabfallenden Südosthang direkt vor uns. Der Weg führt leicht schräg nach links über die Wiese auf teils erdigem, teils steinigem Untergrund und bei unserer Begehung noch über ein, zwei Schneefelder hinauf. Im oberen Drittel verläuft der Pfad durch eine steile Rinne zwischen der Scheibe auf der rechten und dem Scheiblingsstein auf der linken Seite. Die Rinne ist grasig und erdig und bei Nässe vermutlich nicht zu empfehlen.

Bewaldetes Stück dahinter der Gipfel
Steil den Südosthang bergauf
Immer steiler durch die Rinne

Am Ende der Rinne erreichen wir den Gipfelgrat und steigen rechts über einfache Felsen und durch Latschen auf den Gipfel der Scheibe (1602 hm), die uns einen traumhaften Blick auf den Ötscher und den Lunzer See gönnt.
47.841657, 15.102006
1:30

Geich haben wir den Aufstieg geschafft
Lunzer See
Auf der Scheibe, dahinter der Ötscher

Höhenwanderung von der Scheibe über den Scheiblingsstein und den Bärenleitenkogel bis zur Herrenalm

Von der Scheibe steigen wir über den selben Weg wieder ab, um auf dem Gipfelgrat weiter in Richtung Südwesten unsere Wanderung fortzusetzen. Uns erwartet ein gemütliches Auf und Ab mit im Wesentlichen drei steilen Gipfelaufschwüngen. Bis zur Herrenalm legen wir dabei auch noch ein gutes Stück Weg zurück. Der erste Anstieg erfolgt in einer relativ kurzen Distanz von der Scheibe. Es führt ein weiterhin unmarkierter, gut ausgetretener Pfad auf den Gipfel des Scheiblingssteins (1622 hm) hinauf.

Aufstieg in Richting Scheiblingsstein
Scheiblingsstein – Gipfel Nummer 2

Von hieraus können wir auch schon unseren nächsten Aufschwung auf den Bärenleitenkogel deutlich sehen. Dieser scheint vom Scheiblingsstein in noch etwas weiterer Ferne. Erst steigen wir in einen Sattel hinab, wo die Pfadfindung durch umgestürzte Bäume und Schnee etwas Wegfindungsgespür verlangt. Generell sollte man sich eher links den Grat entlang halten. Danach gelangen wir stetig ansteigen aus dem Sattel auf den Gipfel des Bärenleitenkogel, mit 1635 hm der höchste Gipfel unserer heutigen Tour.

Auf den Bärenleitenkogel
Bärenleitenkogel – Gipfel Nummer 3

An einem sonnig warmen Tag kann einem hier schon ordentlich warm werden. Da waren wir über den einen oder anderen erfrischenden Schneefleck, der von diesem langen und schneereichen Winter noch übriggeblieben ist, hocherfreut.

Vom Bärenleitenkogel kann man nun auch die dritte Erhebung, den sogenannten Hochreiserkogel erblicken. Hier geht es gut steil und zügig vom Bärenleitenkogel in den Bärenleitensattel (1396 hm). Ein Blick zurück aus dem Bärenleitenkogel zeigt, dass wir vom Gipfel bereits wieder einige Höhenmeter abgestiegen sind. Wir durchschreiten den grasigen Sattel bevor es auf der anderen Seite kurz und steil auf die Luegmauer geht (1343 hm). Dafür lassen wir nach dem Waldabschnitt den ausgetretenen Pfad an einer Wegkreuzung vor der Almwiese links liegen und wandern auf der Alm gerade bis zum höchsten Punkt des Hügels.

Bärenleitensattel
Blick zurück auf den Bärenleitenkogel
Und noch eine Anhöhe – Luegmauer

Wir wandern die Almwiese weiter westwärts, bis wir wieder zu einem Wald kommen. Bevor wir jedoch in den Wald hineinkommen, geht es für uns links die Wiese hinunter. Wir kommen wieder in einer Art Sattel an, wo wir nach dem „normalen“ Pfad Ausschau halten.

Almlandschaft noch vom Schnee gezeichnet

Dieser weist uns auf eine weitere kleine Anhöhe durch den Wald direkt vor uns. Der Weg ist nicht deutlich sichtbar, wenn man aber der Anhöhe auf den höchsten Punkt folgt und danach südwestlich weiterwandert, gelangt man schlussendlich auf die Herrenalm. Auf der Herrenalm befindet sich am Waldrand eine Andachtsstelle, wo normalerweise das Leonardskreuz steht, an unserem Wandertag war das jedoch gerade in Reparatur. Bei der Andachtsstelle sehen wir auch die ersten offiziellen Wegweiser.

Unterwegs zur Herrenalm
Beschilderung dort wo normalerweise das Leonardskreuz steht

An der Stelle, wo normalerweise das Kreuz steht, erblicken wir auch schon die idyllische Hütte der Herrenalm in einem Graben sitzend und von kleinen Wasserstraßen umrahmt. Schnurstracks geht es einen ausgetretenen Weg die Wiese hinunter zur Hütte. Offiziell hatte die Hütte noch nicht geöffnet, wir hatten aber Glück, dass die Hüttenbetreiber schon da waren und uns mit einem guten Spritzer versorgten. Aber selbst, wenn niemand da ist, gibt es in einem Brunnen gekühlte Getränke zur Selbstbedienung.
47.802209, 15.089883
2:00

Die idylische Herrenalm direkt vor uns

Abstieg über den Alpinweg durch die Klamm

Nach gemütlichem Beisammen sein, folgt für uns nun der Abstiegsweg durch die Klamm Richtung Tagles. Der Weg setzt vor der Hütte nach links fort.

Vom Abstiegsweg noch ein Blick zurück

Auf Schotterweg geht es los, dann wird er Weg erdiger. Es geht zügig bergab und wir verlieren schnell an Höhe. Bei Weggabelungen halten wir uns links, um nicht die Bachseite zu wechseln. Immer wieder gibt es die Möglichkeit links auf den Alpinweg, der ein kleines Steiglein im Wald ist und parallel zum Forstweg verläuft, abzuzweigen- das machen wir auch.

Abstiegsweg
Nochmal ganz viel Grünes genießen

Den Forstweg wandern wir so lange weiter bis er endet und ganz in den Alpinweg übergeht. Bald geht es eben den Taglesbach entlang. Wir kommen an der Abzweigung vorbei, wo wir unsere Wanderung begonnen haben. Der Bach lädt zu einer kurzen Erfrischung ein. Danach erreichen wir nach wenigen Metern den Wanderparkplatz.
1:30

Noch ein Ötscherblick am Weg zurück

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