Schneeberg über Oberer Herminensteig und Nandlgrat

So nah bei Wien, so ein facettenreicher Berg. Ob man es glaubt oder nicht, der Schneeberg ist in seinen Routen- und Tourenvarianten eine regelrechte Wunderbox, so viele Möglichkeiten gibt es diesen Koloss mitten im Alpenvorland zu besteigen. Der Anstieg über den Oberen Herminensteig hat sich als besonders lohnend erwiesen. In leichter 1er Kraxelei gelangt man durch robustes Kalkgestein über die steile Flanke auf das Gipfelplateau.

Toureninfo
Region: Rax-Schneeberg-Gruppe, Niederösterreich
Start/Ziel: Schwabenhof, Schneebergdörfl
Niedrigster Punkt: 779 hm
Höchster Punkt: 2044 hm
Gesamtanstieg: 1265 hm
Dauer: 12,13 km
Länge: 5:45 h

Anfahrt

Wir fahren von der A2/Süd Autobahn bei der Ausfahrt 38-Wöllersdorf ab und weiter auf der B21/Gutensteiner. Nach der Ortschaft Oed biegen wir beim Bahnhof Miesenbach-Waidmannsfeld links auf die L-138 ab. Auf dgieser kurvenreichen Straße geht es weiter durch Miesenbach bis nach Puchberg am Schneeberg. In Puchberg fahren wir am Bahnhof vorbei, um danach rechts auf die Schneebergstraße abzubiegen. Es geht die Schneebergstraße weiter bis wir auf der rechten Straßenseite den Hofwirt Grabenweger sehen. Hier links nach Schneebergdörfl. Wir fahren an der Freiwilligen Feuerwehr Schneebergdörfl vorbei, immer geradeaus weiter bis zum Schwabenhof. Es gibt hier keinen offiziellen Parkplatz, eher fragt man die Gutsbesitzer, ob man am Wiesenrand stehen bleiben darf.
47.774904, 15.854452

Ausgangspunkt Schwabenhof

Über den Oberen Herminensteig auf die Fischer Hütte

Hinter dem Schwabenhof beginnt die Wanderung. Die Weigweiser geben die Richtung zum nördlichen Grafensteig vor. Für unseren Aufstieg nehmen wir den Weg durch den Unteren Schneidergraben und folgen der blau weißen Markierung. Anfangs spazieren wir die Forststraße entlang und lassen alle möglichen Rechtsabzweiger neben uns liegen. Erst dort wo die Forststraße in den Wald hineinführt und eine Rechtskurve macht, geht es dann den Wanderweg geradeaus weiter den Wald hinauf.

Wegweiser hinter dem Schwabenhof
Los geht’s

Wir wandern, steiler werdend, den Weg durch den Wald, der immer wieder auch die Forststraße quert und schließlich in den unteren Schneidergraben führt. Diesen geht es in kleinen Serpentinen und am Ende schnurstracks steil bergauf bis wir auf den Grafensteig stoßen.
47.768966, 15.83352
1:00

Durch den Wald in den unteren Scheindergraben
Den unteren Scheindergraben steil hinauf

Beim Ausstieg aus dem Schneidergraben sehen wir direkt vor uns einen Wegweiser, der Richtung Oberer Herminensteig weist. Ein Stückchen wandert man noch den Grafensteig leicht hügelig rauf und runter. Dabei kommt man bei einer markanten Felsformation vorbei. Bei dieser wandern wir jedoch vorbei. Noch ein kurzes Stück geht es gemütlich den Grafensteig entlang bis zu einem Wegschild mit Pfeil Richtung Herminensteig. Hier zweigen wir rechts vom Grafensteig ab und es geht steil über Stock und Stein dahin.
47.767325, 15.840118
0:15

Am Gragensteig angekommen
An dieser Nase vorbei
Unterwegs am Grafensteig
Das ist unser Schild, da wollen wir hin

Erst wandern wir noch ein Stück durch bewaldetes Gebiet, bald jedoch wird es felsiger und schroffer. Im unteren Teil des Herminensteig kommen wir noch gut ohne Hände zurecht. Zum Großteil ist es hier Gehgelände.

Umgeben von Latschen
Anfangs leicht und abwechslungsreich

Ungefähr ab der Mitte des Steigs erwartet uns dann mehr Kletterei. Hier kommen auch Arme und Hände zum Einsatz. Zügig machen wir hier unsere Höhenmeter und genießen die Kraxelei. Der Steig ist kaum ausgesetzt und die Kletterstellen befinden sich im 1. Schwierigkeitsgrad. Zur Abweschslung bleiben meine Nerven bei diesem Anstieg ruhig. Dennoch ist die Kletterei ausgiebig und die Begehung eine wirkliche Freude.
47.761797, 15.831074
1:15

Es geht ein bisschen ans Kraxeln
Die Fischerhütte schon im Blick
Gleich sind wir oben

Der Ausstieg aus dem Herminensteig befindet sich in unmittelbarer Nähe vom Damböckhaus. Das lassen wir links liegen und machen uns auf den Weg zur Fischerhütte. Erst bahnen wir uns unseren Weg wild durch Latschen bis wir auf den Hauptspazierweg Richtung Fischerhütte stoßen. Es folgt der letzte nennenswerte Anstieg für heute, dann erreichen wir auch schon die Fischerhütte.
47.772503, 15.809755
0:45

Ausstieg aus dem Herminensteig

Über den Nandlgrat zurück ins Tal

Links von der Fischerhütte folgen wir weiter dem allbeliebten Wanderweg Richtung Edelweißhütte und Fadensteig.Dort wo der Weg eine leichte Linksdrehung Richtung Fadensteig macht, achten wir auf einen schmalen Trampelpfad, der rechts abzweigt. Dieser führt uns direkt zum Einstieg unseres Abstiegswegs, den Nandlgrat.
47.778721, 15.809391
0:25

Am Weg zum Nandlgrat
Einstieg in den Nandlgrat

Beim Nandlgrat beschränken sich die Kletterfreuden auf den oberen Abschnitt. Großteils geht es sehr steil teils auf steinigem, teils auf erdigem Untergrund bergab. Bei Nässe ist dieser Weg vermutlich sehr unangenehm und auch gefährlich zu begehen.

Den Nandlgrat hinunter
Latschenversteck
Steil und erdig

Auch wenn der Untergrund nicht das Gelbe vom Ei ist, belohnt uns dennoch die schöne Aussicht auf die gegenüberliegenden Gratanstiege – Novembergrat und Herminensteig. So wandern wir durch Latschen und ein Felsen vorbei. Dabei dreht sich der Steig im mittleren Teil nach links bevor er an der Baumgrenze wieder nach rechts führt und man näher an den Graben herankommt. Hier folgt noch ein kurzer Zwischenaufschwung und -abschwung über Felsen.

Extragipfel im Nandlgrat
Glückliche Gesichter an diesem Traumtag
Im unteren Abschnitt des Nandlgrat

Das letzte Stück des Nandlgrat führt durch den Wald. Wir kommen an der Rieshütte vorbei und gelangen nach wenigen Metern auf den Grafensteig. An der Ecke, wo wir auf den Grafensteig stoßen, befindet sich ein weiterer Wegweiser mit Markierung Richtung Schneebergdörfl.
47.780664, 15.826133
1:15

Zurück am Grafensteig

Wir wandern den Grafensteig weiter und zweigen unterhalb der Ferdinand-Bürkle-Hütte links auf einen Waldweg ab. Hier geht es zügig bergab. Bei einer weiteren Kreuzung halten wir uns wieder links. So steigen wir gemütlich ab, kreuzen hin und wieder eine Forststraße, großteils bleiben wir jedoch auf Waldboden. Am Ende des Weges gelangen wir auf die Forststraße hinter dem Schwabenhofe, wo unsere Wanderung begonnen hat.
0:45

Ferdinand-Bürkle-Hütte
Abzweigung gleich nach der Hütte

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