Gipfelstürmen rundum Barcelona – Via Ferrata Teresina mit Rundwanderung zum Kloster Montserrat

Ein Holidaytip für Klettersteig- und Wanderfreunde in und rundum Barcelona, ist die Klettersteigtour auf den Sant Jeroni, der mit 1236 hm der höchsten Gipfel der Serra Montserrat ist. Die markanten Felsformationen der Serra Montserrat sind einzigartig. Auf dem Gebirge mit dichter Vegetation ragen gigantische, abgerundete Felstürme und steile Felswände empor. Inmitten des Berges befindet sich das prominent platzierte Kloster Montserrat.

Toureninfo:
Region: Serra Montserrat, Provinz Barcelona
Start/Ziel: Monestir Santa Cecilia
Niedrigster Punkt: 676 hm
Höchster Punkt: 1236 hm
Gesamtanstieg: 879 hm
Länge: 9,86 km
Dauer: 5:10 h
Davon:
Zustieg Klettersteig: 0:20 min
Höhenmeter Klettersteig: 346 hm
Dauer Klettersteig: 2:00 h
Schwierigkeit: C/D

Anfahrt aus Barcelona

Aus Barcelona geht es westlich auf der C-31 stadtauswärts. Wir halten uns rechts, um auf die A2 Richtung Lleida/Tarragona aufzufahren. Auf der A2 bleiben wir bis zur Ausfahrt 570 Richtung Montserrat/Manresa. Wir folgen der Beschilderung Montserrat/Manresa, halten uns dabei rechts, um auf die B-111 zu kommen. Ab hier folgen wir immer der Beschilderung Richtung Montserrat. Wenige Kurven nach einem Tunnel befindet sich die kleine Kirche Santa Cecilia und ein Parkplatz auf der linken Straßenseite.
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Zustieg zum Klettersteig

Gleich gegenüber vom Parkplatz beginnt unsere Wanderung auf einem anfangs breiten, erdigen Weg, wo wir uns bei der ersten Gabelung rechts aufwärts halten. Der Weg wird zu einem schmalen Pfad, dem wir in schlangen Linien bis zum Einstieg in den Canyon folgen. Im Canyon geht es erst auf der rechten Seite steil bergauf bis der ausgetreten Pfad eine Querung auf die linke Seite andeutet. Dieser folgen wir und setzen auf der linken Wandseite die Wanderung im Canyon entlang eines Drahtseils fort. Nach wenigen Metern steil bergauf teilt sich die Schlucht. An dieser Stelle halten wir uns rechts und folgen den blauen Pfeilen sowie einer Plastikbeschilderung zum Einstieg des Klettersteigs.
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0:20

Routenverlauf Klettersteig bis zum Zwischengipfel Santa Cecilia
Beginn der Wanderung
Weg in die Schlucht
Seitenwechsel in der Schlucht
Richtung Einstieg zum Klettersteig

Via Ferrata Teresina

Ein Stückchen geht es noch die Schlucht entlang bergauf. Nach wenigen Metern kann man jedoch bereits eine Tafel links an der Wand erkennen. Gegenüber der Tafel beginnt die erste kettenversicherte und mit Trittbügeln versehene Passage. Hier ist ein guter Platz, um sich anzugurten, Helm und Handschuhe anzuziehen.

Infotafel der Ferrata
Anfang des versicherten Steigs

Anfangs geht es unschwierig über ein paar Felspassagen (A) immer weiter den Canyon hinauf. Wir kommen an einer kleinen Felsspalte vorbei, welche wir links liegen lassen und kraxeln die versicherte Felsstufe rechts davon hinauf (A/B). Immer wieder gibt es kurze Gehpassagen. Es folgt ein Felsloch, das mit einer Kette und ein paar Trittbügeln versehen ist (A/B). Danach führt der Klettersteig nach rechts, seilversichert die Wand entlang bis zu einem kurzen gratartigen Abschnitt (A/B). Hier kommt man zu einem kleinen bauchigen, ein wenig ausgesetzten, Fels, den man in zwei, drei Zügen hinaufklettert (C) und der meine persönliche Schlüsselstelle darstellt. Danach folgen wir weiter dem Pfad entlang der Wand (B/C).

Felsloch
Gratabschnitt und meine persönliche Schlüsselstelle
Persönliche Schlüsselstelle überwunden

Auf Felsplatten (B) führt uns der Klettersteig weiter bergauf Richtung Santa Cecilia, der auf 1078 m liegt. Nach den Platten kommt aber erst wieder eine kurze Gespassage links vom Berg. Diese mündet in einem Aufschwung mit Trittbügeln (B) und einer Querung (C) bis zum nächsten plattigen Aufstieg (B/C). Hier steigt man über einige Meter auf bis das Drahtseil leicht nach links führt und man zu einer Gabelung kommt. Dem Seil rechts folgend, kommt man in wenigen Schwüngen (B) auf den Gipfel Santa Cecilia.

Griffig und unschwierig die Wand empor
Gehpassage vor Querung
Aufschwung vor Querung
Querung
Aufschwung vor Santa Cecilia
Zwischengipfel erreicht – Santa Cecilia

Danach steigen wir das kurze Stück vom Gipfel ab und folgen dem Seil, das nach links unten führt. Hier klettern wir anfangs mithilfe einiger kleiner Trittbügel ab (B/C). Weiter unten unterstützen Ketten beim Abklettern (C). Ein bisschen Armkraft und Tritttechnik helfen uns an dieser Stelle.

Abkletterstück

Nun wandern wir links entlang des Wandfußes weiter. Zu unserer Rechten eröffnen sich imposante Felstürme, die aus der Erde emporragen. Nach dem Gehstück achten wir auf ein Drahtseil, das links den Wandsteig hinaufführt (A/B). In diesem Klettersteigabschnitt war zum Zeitpunkt unserer Begehung eine Versicherung mit einem Band verbunden und zwei weitere Drahtseile waren etwas abgenützt. An dieser, nicht schwierigen, aber etwas abschüssigen, Stelle (B/C) haben wir versucht die Versicherung so wenig wie möglich zu belasten. Ist der Teil überwunden, geht es über ein an einem Baum angebrachtes Knotenseil wieder auf Gehgelände weiter.

Imposante Felstürme
Band statt Drahtseil
Nicht schwierig, nur etwas abschüssig

Wir stapfen immer weiter ins Unterholz. Die Wegbeschaffenheit wird ab hier wilder und man muss genauer auf den Pfad achten. Man gelangt zu einer Gabelung, die nicht besonders gut zu erkennen ist. Bei dieser Gabelung führt unser Weg rechts entlang, wenn man genau schaut, erkennt man auch eine Pfeilmarkierung am Fels.

Versteckte Pfeilmarkierung

Der Pfad führt erst gerade hinauf, dann wieder nach rechts, wo noch ein kurzer drahtseilversicherter Aufschwung (B) auf einen felsigen Hügel in Erdfarben folgt. Nach diesem Aufschwung wandern wir immerzu gerade bergauf, den teils wurzeligen, teils erdigen und auch steinigen Pfad bis wir vor uns die finale Schlucht sehen.

Felsiger Hügel in Erdfarben
Gehpassage im Unterholz

Ein paar Meter geht es in die enger werdende Schlucht hinein, dann steigen wir sie mithilfe von Trittbügeln in etwa 20m empor (C/D). Um den Abschnitt gut zu bewerkstelligen, kommt einem die Enge der Schlucht entgegen, da man sich durch Hineinklemmen und durch Spreizschritte behelfen kann. Vor dem Ausstieg kommt man noch bei einem kleinen Bäumchen vorbei. danach erreicht man über wenige felsige Meter (A/B) das eingezäunte Gipfelplateau des Sant Jeroni auf 1236 m.
41.605315, 1.8115
2:00

Enge Minischlucht
Mehr oder weniger elegant hinauf
Ausstieg der Ferrata

Vom Gipfelplateau hat man einen wunderbaren Blick sowohl in das Landesinnere als auch auf das Meer. Der starke Wind lädt hier oben nicht zum langen Verweilen ein. Wir halten den Moment fotografisch fest und dann geht es auf unserem Rundkurs auch schon weiter den Wanderweg Richtung Kloster Montserrat.

Gipfelausblick

Alternativ kann man vom Klettersteig auch direkt durch den Canyon absteigen. Um auf den direkten Abstiegsweg zugelangen, geht es erst den normalen Weg über Stufen in südwestlicher Richtung hinunter. Nach wenigen Metern zweigt der Pfad links ab.

Wir bleiben jedoch auf dem Wanderweg, der mit Pfeilern und Wegweisern markiert ist. Erst geht es ein gutes Stück bergab bis wir zu einer Gabelung kommen, wo links ein schmaler Pfad abzweigt. Dieser kann leicht übersehen werden, wenn man zu schnell dran ist und nicht auf den Pfeiler mit Wegweiser links hinunter nach Montserrat achtet. Geradeaus weiter würde man auch zum Kloster gelangen, allerdings ist dieser Weg ein gutes Stück länger.

Wegweiser Montserrat 0:55 h

Wir spazieren also den Pfad hinunter, der nach und nach ebener wird und uns durch Gebüsch und Bäume führt. Circa auf Hälfte des Weges kommen wir aus dem Unterholz heraus und wandern nun auf offenem Wege weiter. Um uns herum Felstürme, wo wild gekraxelt wird und die aus jedem Winkel ein neues spannendes Fotomotiv abgeben.

Kletterfelsen…
…und jede Menge interessante Felsformen

Der Weg führt weiter nordwestlich bis zu einer weiteren Gabelung, hier würde es bei einer abgerundeten Felsplatte hinauf und Richtung Monestir Santa Cecilia gehen, wo auch unser Auto steht. Das wird später auch unser Weg zurück sein. Nun wandern wir erstmal rechts hinunter, um über viele Stufen zum Kloster zu gelangen. Vom Abstiegsweg aus blitzt ab und zu bereits das Kloster durch, ein tolles Bild, wie das Kloster mitten in den Berghang hinein gebaut wurde. Einige Stufen später haben wir schlussendlich das Klosterareal erreicht.
41.592041, 1.835098
0:50

Auffällige Felsplatte bei der Abzweigung
Das Kloster in Sicht

Wir besichtigen den Klosterhof und die Basilika und verweilen hier für eine kleine Pause. Dann beginnt unser Rückweg die Stufen, die wir hinuntergekommen sind, nun steilaufwärts bis zu der Gabelung bei der abgerundeten Felsplatte, wo wir rechts einbiegen. Von unten kommend, kann man auch die Wegbeschilderung nicht übersehen.
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0:30

Klosterplatz
Lichter in der Felskapelle
Wegweiser Richtung Monestir Santa Cecilia

Ab diesem Punkt ist der steile Anstieg geschafft. Von hier geht es anfangs noch leicht bergauf. Wir lassen eine Weggabelung rechts liegen und gehen geradeaus leicht links haltend weiter. Bald erreichen wir die Beschilderung zum höchsten Punkt von diesem Wanderabschnitt den la Trinitat. Wir sparen uns jedoch den fünfminütigen Aufstieg auf das Plateau und wandern geradeaus weiter.

Wanderweg retour
Pla de la Trinitat

Dieser Weg ist deutlich weniger frequentiert als der Wanderweg vom Sant Jeroni und gewährt uns zum Abschluss noch ein wenig Berg- und Wanderidylle. Die Wanderung zurück geht nun in Wellen immer wieder leicht bergauf bergab durch das bewaldete Gebiet. Die mächtigen Nordwände der Serra Montserrat immer im Blick. Nach einer knapp zweistündigen Wanderung nähern wir uns der Kirche Santa Cecilia. Im letzten Wegabschnitt muss man aufpassen, dass man nicht bei der ersten Möglichkeit nach rechts unten abbiegt, sondern auf dem schmalen Trampelpfad bleibt bis man auf den etwas breiteren, erdigen Weg stößt, wo wir unsere Wanderung begonnen haben. So kommen wir direkt beim Parkplatz an.
1:30

Lustige Felsnasen
Nordwände der Serra Montserrat
Kirche Santa Cecilia in Sicht

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