Via Ferrata di Badde Pentumas

Oliena, Sardinien, Italien

Beeindruckender Schluchtklettersteig im Lanaithotal des Supramonte von Oliena.

Toureninfo
Region:Oliena, Sardinien, Italien
Niedrigster Punkt:161 m
Höchster Punkt:451 m
Gesamtanstieg:290 m
Höhenmeter Klettersteig:ca 100 hm
Zustieg:45 min
Dauer Klettersteig:45 min
Abstieg und Rückweg:1 h 25 min
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Anreise

Mit dem Auto von Oliena die SP46 in Richtung Osten fahren. Nach ca. 7 km rechts der Beschilderung zum Monte Tiscali folgend, die in das Lanaithotal führt. Die Straße ist anfangs asphaltiert, wird dann schottrig und führt weiter durch die Allee eines gut erkennbaren Olivenhains. Wir kommen zu einer Abzweigung, wo es entweder leicht rechts (zur in vielen Tourenberichten als Startpunkt empfohlenen Rifugio Sa‘ Oche) oder geradeaus Richtung Tiscali weitergeht. Wir fahren geradeaus weiter und parken nach ein paar hundert Metern bei der ersten Waldausbuchtung auf der rechten Seite.
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Tourenbeschreibung

Vom Parkplatz geht es in Richtung Westen auf einem nicht markierten Wanderweg in den Wald hinein. Diesem folgen wir bis in das Flussbett des Riu su Boccaportu. Von hier an gehen wir immer das Flussbett entlang bis zum Einstieg des Klettersteigs. Der Weg ist weiterhin nicht nicht markiert aber mit vielen Steinmännern gekennzeichnet. Das Flussbett bietet aber die beste Orientierung, um den Klettersteig nicht zu verpassen.

Flussbett

Bald kommen wir zu einem riesigen Klemmblock, den man rechts umklettern muss. Auf dem Fels daneben ist ein Textilseil als Kletterhilfe angebracht. Somit ist die Klemmblockhürde (ohne Seil ca. 1-2) leicht zu überwinden.

Klemmblock im Flussbett

Im Flussbett weisen uns weiterhin Steinmänner, aber auch andere Symbole den Weg.

Wegkennzeichnung mit Wiedererkennungswert

Nach dieser wunderschönen Schluchtwanderung erreichen wir bald das erste, kleine Amphitheater, das sich vor allem auf der linken Seite des Tals eröffnet. Das Geröllfeld am Fuß dieses Amphietheaters lassen wir links liegen und gehen an einem markanten Stein vorbei weiter taleinwärts.

Kleines Amphietheater
Markanter Stein

Nach einem weiteren Felsvorsprung präsentiert sich das beeindruckende zweite, große Amphiteater in seiner ganzen Pracht. Hier geht es nun links über einen deutlich ausgetretenen, von Steinmännern gesäumten Pfad das Geröllfeld hinauf zum Einstieg des Klettersteigs.

Großes Amphietheater
Zustieg zum Klettersteig

Der Einstieg zum Klettersteig befindet sich am linken oberen Ende des Geröllfeldes und ist mit zwei überkreuzten Ästen gekennzeichnet, die schon von weiter unten gut zu erkennen sind. Direkt beim Einstieg sieht man auch einen kleinen grünen Punkt an der Wand und die Beschriftung „K13“.
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0:45

Einstieg Klettersteig

Wir sind begeistert den Einstieg so problemlos gefunden zu haben und genießen noch einmal den Blick in das beeindruckende Amphietheater. Erwartungsvoll ziehen wir Sitzgurt und Klettersteigset an und los geht’s. Zunächst ist ein kurzer Aufschwung zu durchklettern, der nicht schwieriger als B/C ist. Da das Seil ganz unten nicht fixiert ist, sondern nur durch den daran montierten großen Ast gespannt wird, kraxeln wir die ersten paar Meter frei (1).

Einstieg Klettersteig, erster kurzer Kraxelteil

Nach diesem ersten kurzen Aufschwung führt der Steig nach rechts ein markantes Felsband entlang. Es ist das erste von zwei Bändern, über die der Steig führt. Hier gibt es keine Versicherungen, das Felsband ist aber so breit, dass man bequem entlang gehen kann. Die nur leichte Steigung ist keine Herausforderung – Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vorausgesetzt.

Erstes Felsband

Nach dem ersten Felsband geht es links nach oben über ein kurzes, versichertes Felsstück, das unschwierig (anfangs B/C danach nur noch B) den Kessel hinauf führt. Es folgt eine kurze, aber steile und erdige Wegpassage, die uns wieder von Steinmännern geleitet weiter in den grünen Kessel hineinführt.

Kletterteil zu Beginn

Schon bald sehen wir über uns (beim obersten Ende des Kessels) ein Textilseil, welches aber nicht Teil des Klettersteigs ist, sondern später für den Abstieg verwendet wird. Das Seil befindet sich an der Stelle, wo das Gipfelplateau die tiefste Ausbuchtung hat – ein Orientierungspunkt, den wir uns einprägen, um später den Abstiegsweg leichter finden zu können.

Blick von unten auf den Abstiegsweg

Um aber nun nicht über den Abstiegsweg aufzusteigen halten wir uns links, um zum zweiten Felsband zu gelangen. Ein Baum, bei dem ein Stein in ein Astloch eingeklemmt ist, kennzeichnet den Beginn der zweiten, versicherten Bandquerung.
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Gut zu erkennen: Baum mit Stein
Blick auf Felsbandquerung
Beginn der Bandquerung

Zunächst ist das Band durchwegs leicht zu durchschreiten. Es ist wieder komfortabel breit und fast durchgehend versichert (A). Es folgt aber eine kurze, sehr ausgesetzte Querung (B/C).

Querung ausgesetzte Stelle

Danach wird es wieder leichter (A) und der Steig führt schließlich zum letzten längeren Aufschwung. Vor diesem ist aber noch eine weitere, extrem ausgesetzte Querung zu überwinden (C).

Bandquerung
Ausgesetze Querung vor der Schlüsselstelle

Bei dieser Querung besteht die Versicherung nicht mehr aus einem Drahtseil, sondern einer Metallkette. Dies ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig, da die Kette einerseits nicht unter Spannung steht und andererseits das Nachführen der Karabiner deutlich schwieriger ist.

Kurz nach der letzen Querung geht es in die vertikale Schlüsselstelle. Es gilt eine etwa 15 Meter hohe Felswand zu bewältigen. Der Aufschwung ist nahezu senkrecht und bietet kaum Tritte und Griffe. Es muss daher mit Armkraft an der Kette und auf Reibung unter den Füßen aufgestiegen werden. Einzelne Trittbügel helfen zwar beim Überwindung der Passage, sie bleibt aber dennoch sehr anstrengend (D).

Schlüsselstelle
In der Schlüsselstelle

Nach dieser kräfteraubenden Schlüsselstelle folgt nochmal eine unschwierige Querung (B), die man zum Erholen vor der nächsten (und letzen) Felsstufe nutzen kann.

Querung oben
Im Felsen vor der zweiten Felsstufe

Vor uns ist nun der letzte Aufschwung. Dieser ist wieder mit einer Kette gesichert, aber deutlich leichter (C) als die Schlüsselstelle und bietet auch mehr natürliche Tritte und Griffe. Oberhalb des Aufschwungs sind auch schon Bäume auf dem Gipfelplateau zu sehen.

Letzter Aufschwung

Nach nur wenigen Minuten haben wir den letzten Aufschwung überwunden und den Ausstieg des Klettersteigs erreicht. Belohnt werden wir mit einer eindrucksvollen Aussicht in unsere Schlucht mit ihren Amphietheatern, in das Lanaithotal und auf den Monte Tiscali im Süden (auf dessen Besteigung, die wir für den Nachmittag geplant haben, wir uns nun auch schon freuen).
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0:45

Ausstieg Klettersteig
Lohnende Aussicht auf das Lanaithotal.

Nach einer kleinen Stärkung machen wir uns auf die Suche nach dem Felsabstieg über das vorhin bereits erspähte Knotenseil. Auch hier weisen einzelne Steinmänner den besten Weg entlang der Felskante zum gemerkten tiefsten Punkt und so finden wir die Stelle auch auf Anhieb. Sie ist von Bäumen umgeben und gleich darunter sehen wir das Seil.
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Blick Richtung Abstieg
Abstieg

Das Seil ist an dieser Stelle schon eine sehr große Erleichterung, da der Abschnitt ohne Seil wohl im Schwierigkeitsgrad 2-3 liegen würde. Mit Hilfe des Seils können wir uns aber mit ein bisschen Kraftaufwand, aber ohne Probleme abseilen.

Seil beim Abstieg
Felsstufe beim Abstieg, Blick von unten

Danach wird das Terrain leichter und gehend stoßen wir schließlich bei dem Baum mit Stein im Astloch auf den Aufstiegsweg. Diesem folgen wir nun über den grünen Kessel, die kurze, aber leichte Kletterstelle, das erste Band und den ersten Aufschwung zurück zum Enstieg. Hier können wir noch einmal das großartige Amphietheater genießen, das wir nun auch schon von oben kennen.

Wieder beim Einsteig mit Blick in das Amphietheater

Zurück geht es nun den gleichen Weg durch das Flussbett, den wir auch heraufgekommen sind, bis wir wieder beim Parkplatz ankommen.
1:15

Glücklich über dieses Abenteuer mitten auf Sardinien, zieht es uns an diesem Tag noch auf einen weiteren Berg des Lanaithotals, den Monte Tiscali. Relativ rasch nachdem wir unsere Kletterausrüstung im Auto deponiert haben, starten wir vom selben Parkplatz unsere zweite Tour dieses Tages und hoffen, dass das Wetter auch am Nachmittag durchhält. Die Sonne wurde nämlich mittlerweile von einigen dunklen Wolken abgelöst und wie wir gelesen haben, ist die Nuraghensiedlung (das eigentlich Highlight der Tour) bei Regen nicht geöffnet…

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