Babygrat, Appelsteig und Zahmes Pechersteiglein – Nachmittagsrunde auf die Hohe Wand

Eine nachmittägliche Hohe Wand Kraxelei an einem warmen Februarsamstag.

Toureninfo
Region: Grünbach, Niederösterreich, Hoche Wand
Start/Ziel: Parkplatz beim Seiser Toni
Niedrigster Punkt: 732 hm
Höchster Punkt: 1054 hm
Gesamtanstieg: 402 hm
Länge: 3,3 km
Dauer: 2:55

Anreise

Von der A2 fahren wir bei Wr. Neustadt West ab und folgen der B26 nach Grünbach am Schneeberg. Im Ortszentrum biegen wir rechts ab und folgen einer schmalen Straße bis zum Parkplatz beim Seiser Toni.
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Kraxelrunde

Bei der Runde machen wir erst einen kurzen Abstecher den Babygrat (1+) hinauf, danach geht es über den Appelsteig (2) zur Wilhelm-Eicherthütte und von dort über das Zahme Pechersteiglein wieder hinunter.

Vom Parkplatz beim Seiser Toni halten wir uns links und beginnen mit der Runde auf dem Waldweg in Richtung Grafenberg. Der Waldweg kreuzt eine erste Forststraße und mündet kurz danach in eine zweite. Hier geht es nach links bis wir zur Binderbank auf der rechten Seite der Forststrße kommen. Hier beginnt auch der Grafenbergweg, rechts führt ein schmaler Pfad nach wenigen Metern zum Einstieg des Babygrats.
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Startpunkt beim Seiser Toni
Forststraße zum Babygrat
Binderbank

Den Startpunkt erkennt man an einem kurzen Drahtseil, das über die erste Steilstufe helfen soll, die aber auch ohne Zuhilfenahme des Seils gut überwunden werden kann. Danach folgt man immer den roten Punkten zwischen Föhren den Felsgrat hinauf (I+) bis zu einem Felsturm, der Breiter Stein oder Grafenberg genannt wird. Hier finden wir auch das Steigbuch.

Eine Steinmarkierung kennzeichnet den Start des Babygrats
Einstieg Babygrat
Babygrat
Steigbuch beim Felsturm

Auf diesen wollen wir natürlich auch noch hinauf. Anders als in verschiedenen Tournberichten beschrieben, gehen wir aber nicht zum flacheren Nordende des Turms, sondern klettern auf der linken Seite des Turms ein Stück die Wand entlang bis zu einem kleinen Bäumchen. Bei dem Bäumchen geht es in wenigen Zügen (II+) auf den Turm hinauf. Von hier aus ist die Aussicht großartig, besonders an diesem Tag haben wir eine klare Sicht auf den prominenten Schneeberg.
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…und im Hintergrund leuchtet der Schneeberg

Auf der anderen Seite des Turms geht es sehr leicht (I+) wieder vom Felsen hinunter. Statt des blau markierten Grafenbergwegs entscheiden wir uns heute dafür, wieder über den Babygrat zurück zum Einstieg bei der Binderbank zu gehen.
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Ausstieg Babygrat

Nach dieser Aufwärmrunde wollen wir nun aber den längeren und anspruchsvolleren Appelsteig in Angriff nehmen, dessen Einstieg östlich vom Babygrat direkt am blau markierten Wandfußsteig liegt. Um diesen zu erreichen gehen wir die Forststraße zurück zur Einmündung unseres Aufstiegswegs und noch ein Stück weiter bis zu der Stelle, wo die untere Forststraße in die obere mündet. Genau an dieser Kreuzung führt ein schmal ausgetretener Pfad den Waldhang hinauf. Ein kleiner, leicht zu übersehender Steinmann weist den Weg.

Kreuzungspunkt

Nach wenigen Minuten erreichen wir den Wandfußsteig, folgen diesem ein Stück nach rechts, am Wegweiser zum Zahmen Pechersteiglein vorbei bis wir nach nur wenigen weiteren Metern den Einstieg zum Appelsteig erreichen, der mit einem Schild an einem Baum markiert ist. Dieses hängt allerdings nach Osten gerichtet – es lohnt sich daher der eine oder andere Blick zurück, um die Beschilderung und den Einstieg nicht zu verpassen.
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Einstieg Appelsteig

Von hier markieren rote Punkte den Steig, zunächst über eine felsige Rinne (I+) mit einigen erdigen Passagen hinauf bis zu einer kleinen Höhle. Zum Teil sind die Rinne noch mit Schnee bedeckt und Erdpassagen nass, wodurch diese heute fast mehr Trittsicherheit erfordern, als die felsigen Abschnitte.

In der Rinne geht es hinauf
Höhle

Bei der Höhle heißt es nun nach rechts ausgesetzt in die Wand queren (II+). Obwohl diese Stelle nicht übermäßig ausgesetzt ist, so ist sie dennoch sehr steil und bietet nur wenige offensichtliche Tritte und Griffe. Da der Fels außerdem etwas abdrengend ist, muss ich für die ersten Schritte der Querung volle Konzentration abrufen. Ist die Stelle aber einmal geschafft, kraxelt man auf griffigem Fels bis zum Grat hinauf (II-). Von hier geht es zügig immer den Grat entlang, teils gewandert, teils gekraxelt (I), aber stets das wunderschöne Wetter genießend.

Ausgesetzte Wandquerung
Felspassage bis zum Grat
Immer den Grat entlang

Wir kommen zu einem Felsblock mit roten Pfeilen, die nach rechts weisen. Hier könnten wir uns auch links halten, um leicht (angeblich I) zum Ausstieg zu gelangen, wir folgen aber den Pfeilen nach rechts und steigen zunächst einen kurzen, aber steilen und erdigen (und daher unangenehmen) Hang ab, halten uns dabei leicht rechts und gelangen zum Fuß des mächtigen Schlussfelsen. Auch dieser Felsen ist steil, scheint aber mehr Griffe und Tritte zu bieten. Wir finden eine schöne Rinne am untersten, rechten Ende des Felsens und beginnen den Aufstieg dort. Der Aufschwung ist sehr fordernd (II+), wir kommen aber rasch voran und haben die Steilstufe bald überwunden. Danach führt den Steig nach links immer den roten Punkten folgend weiter den Felsturm hinauf, nun aber deutlich leichter (I+) in einer wunderschöner Genusskletterei (I+). Oben angekommen erreichen wir in Kürze den blau markierten Grafenbergweg.
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Schlussfels
Schlussgrat, mit dem Kreuz auf der Großen Kanzel im Hintergrund

Wir wandern den Grafenbergweg noch ein Stück nach rechts zur Großen Kanzel bei der Wilhelm-Eicherthütte, um auf der Wiese noch ein paar Sonnenstrahlen einzufangen
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Wilhelm-Eicherthütte
Stimmungsbild auf der Großen Kanzel, mit dem Schneeberg im Hintergrund

Für den Abstieg über das Zahme Pechersteiglein, geht es zunächst den Grafenbergweg zurück, am Ausstieg des Appelsteigs vorbei, bis kurz danach das Zahme Pechersteiglien links abzweigt. Eine Tafel und blaue Punkte markieren das Pechersteiglein, das anfangs durch steiles Waldgelände in engen Serpentinen hinunterführt. Der Abstieg durch den (hier heute noch sehr tiefen) Schnee gestaltet sich mehr rutschend, als gehend, geht aber umso flotter dahin.

Abstieg durch den Schnee

Bald haben wir das kurze, felsige Gelände (I) des Steigleins erreicht und kommen zu dem Fuß einer Kletterwand, wo an diesem Tag auch reger Betrieb herrscht. Links von der Kletterwand führt ein kurzes Stück ein Drahtseil hinunter bis zum Eingang einer kleinen Höhle. Blaue Markierungen sind „ausreichend“ vorhanden um den Weg nicht zu verfehlen…

Kleine Höhle

Wir huschen durch die Höhle und gelangen nach wenigen Metern zum unteren Einstieg des Zahmen Pechersteigleins mit der Beschilderung am Wandfußsteig, die wir bereits bei unserem Zustieg zum Appelsteig gesehen haben. Von hier geht es über den Zustiegsweg zurück zum Ausgangspunkt. Bei der Forststraße angekommen folgen wir nun aber der unteren einige Meter nach Westen, bevor wir links in den bekannten Aufstiegsweg einbiegen. Wir wandern gut gelaunt und froh über diesen sonnigen Februartag zurück zum Parkplatz beim Seiser Toni.
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